Jedermänner-Radtour wie immer Spitze! – TSGV Hattenhofen e.V.

Suchseite

Jedermänner-Radtour wie immer Spitze!

 

Die fränkische Alb rund um den Brombach- und Altmühlsee des GUN- und WUG-Doppelkreises auf den Spuren der Kelten, Alemannen und vor allem Römern war das Ziel der dreitägigen Radtour der 17 Jedermänner des TSGV Hattenhofen. Die etwa 200 Kilometer sollten eine leichtere Tour werden. Entsprach der erste Tag rund um die fränkische Seenlandschaft noch den Vorgaben, so war es danach deutlich anspruchsvoller. So fiel, bei inzwischen sieben E-Bikes, die als sanfte Hügel nach Gunzenhausens Südwesten hin beschriebene wunderschöne Landschaft, bei extremem Gegenwind, in der Bewertung der Teilnehmer unterschiedlich aus. Es wurde vereinzelnd dankend angenommen sich die letzten Meter vor der Hochfläche schieben zu lassen um den Vorteil der neuen Rädergeneration schätzen zu lernen. Noch gibt es genügend ehrgeizige „flotte Hirsche“, obwohl sich auch leistungsstarke Pedaleure inzwischen des Akku bedienen. Wir werden sehen wie es weitergeht.

Neben der körperlichen Fitness waren auch geschichtliche Kenntnisse gefragt. So am dritten Tag als es von Gunzenhausen auf dem Altmühl-Radweg flussabwärts über Weißenburg zum Römerkastell Biriciana, den Römischen Thermen und dem Deutschorden-Schloss in Ellingen über den Limes-Radweg zurück nach Gunzenhausen ging. Unsere Vorfahren, die Alemannen, zerstörten 241 das von den Römern 90 nach Christus, nach dem Sieg über die Kelten, errichtete legendäre Bauwerk. Am zweiten Tag brachte das jüngst preisgekrönte Bier- und Hopfenmuseum in Spalt manches Neue über die Bierbrauerkunst. Und das nicht nur in der Theorie. Neidisch werden konnte man als Göppinger über die sagenhaft renovierte Dichterstadt Wolframs Eschenbach. Endlich kulturell wurde es als Siegfried Klupsch im dritten Anlauf nach Kaffee und leckerer Sahnetorte aus dem Parzival rezitieren durfte.

Was der örtlichen Gastronomie in Gunzenhausen Sorgen bereitet, nahmen die Jedermänner erfreut zur Kenntnis. Voller Vertrauen unserer Gastgeber des Hotels Gasthof zur Post bekamen wir den Schlüssel zur nur noch am Donnerstag geöffneten „Linde“ und waren unser eigener Wirt. Das mit dem Bier zapfen hatte sich am zweiten Tag auch eingespielt. Ganz neu gestaltet ist die im Hotel befindliche alte kaiserliche Reichspost. Hier residierte vom 12. bis 13. Juli 1788 kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe nach seiner Rückkehr aus Italien. Die Ehre des Aufenthaltes gaben sich ferner nicht nur eine ganze Liste deutscher Generäle nach der Kapitulation 1805, sondern auch König Ludwig der Erste übernachtete am 18. Mai 1840 dort. Unsere drei „Macher“ und Erkunder der Radtour Siegfried Jauß, Siegfried Klupsch und Eberhardt Geiger haben sich in jeder Beziehung ein dickes Lob verdient.

Dietmar Klotz